Die Regierung des australischen Bundesstaates Queensland hat ihre Absicht bekannt gegeben, ein ganzes Dingo-Rudel auf der Insel K'gari zu töten, nachdem das Rudel mit einem Todesfall in Verbindung gebracht wurde. Tourist Die junge Kanadierin Piper James traf eine Entscheidung, die breite Kritik auslöste, insbesondere vonseiten der indigenen Bevölkerung der Insel.
Entscheidung zur Keulung von Dingos nach Todesfall
Der Umweltminister von Queensland, Andrew Powell, erklärte, die Behörden hätten beschlossen, „eine ganze Gruppe von zehn Dingos zu entfernen und einzuschläfern“, nachdem sie diese als „inakzeptable Bedrohung für die öffentliche Sicherheit“ eingestuft hatten. Er erläuterte, die Entscheidung sei nach dem Tod der 19-jährigen Piper James am vergangenen Montag gefallen.
Autopsieergebnisse
Der am Freitag veröffentlichte Autopsiebericht wies auf physische Spuren hin, die mit Ertrinken vereinbar sind, sowie auf Verletzungen, die auf Dingobisse hindeuten. Der Bericht stellte jedoch auch fest, dass die Bissspuren, die vor dem Tod des Opfers entstanden waren, „wahrscheinlich nicht die direkte Todesursache waren“.
Die Insel Kgari und ihre ökologische Bedeutung
Kgari Island, ein UNESCO-Welterbe, liegt etwa 380 Kilometer nördlich von Brisbane und ist die Heimat von schätzungsweise 200 Dingos. Diese Tiere sind den indigenen Pochola heilig, die sie Wongari nennen. Die Insel war früher als Fraser Island bekannt.
Das Umweltministerium berichtete, dass Wildhüter die betreffende Herde eine Woche lang beobachtet und dabei wiederholt aggressives Verhalten festgestellt hätten, was dazu geführt habe, dass sie als direkte Bedrohung für die Sicherheit der Besucher eingestuft wurde.
Wütende Reaktionen der indigenen Bevölkerung
Der Umweltminister bezeichnete den Vorfall als „Tragödie, die die Bevölkerung von Queensland tief betroffen hat und die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt berührt hat“, und merkte an, dass die Entscheidung „schwierig, aber im öffentlichen Interesse“ gewesen sei.
Im Gegensatz dazu bezeichnete Christine Royan, Sekretärin der Puchola Indigenous Foundation, das Geschehene als „Massenhinrichtung“ und betonte, dass die traditionellen Eigentümer der Insel nicht konsultiert und erst über die Entscheidung informiert wurden, als ein Teil davon bereits umgesetzt worden war, obwohl die Insel von der Landesregierung und dem Volk von Puchola gemäß den ursprünglichen Eigentumsrechten gemeinsam verwaltet wird.
Royan sagte: „Ich war schockiert. Dieses Verhalten zeugt von mangelndem Respekt gegenüber den indigenen Völkern und ist beschämend.“
Teilweise Umsetzung der Entscheidung
Laut lokalen Berichten wurden am Samstag sechs Dingos getötet, der Rest der Herde soll in der kommenden Zeit ausgerottet werden.
Eine lange Liste von Vorfällen und Warnungen
Trotz eines Anstiegs der Dingoangriffe auf Kgari Island in den letzten Jahren sind tödliche Vorfälle weiterhin selten. Der Mord an Azaria Chamberlain im Jahr 1980 nahe Alice Springs ist der bekannteste Fall; ihre Mutter wurde zunächst fälschlicherweise verurteilt, später jedoch rehabilitiert.
Auf der Insel wurde im Jahr 2001 auch der neunjährige Clinton Gage ermordet, woraufhin etwa 30 Dingos getötet wurden – ein Vorgehen, das von Umweltgruppen und der Bundesregierung breite Kritik hervorrief.
Seitdem hat die Regierung von Queensland Präventivmaßnahmen ergriffen, darunter die Errichtung von Zäunen und Warnschildern sowie die fortgesetzte Euthanasie einzelner Tiere, wenn dies erforderlich ist.
Tourismus unter Beschuss
Einheimische Bewohner und Umweltschützer machen den übermäßigen Tourismus für die zunehmenden Angriffe verantwortlich und warnen vor dessen negativen Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht der Insel.
Im vergangenen Februar warnte der Welterbe-Beratungsausschuss, dass die Umwelt der Insel Kgari aufgrund der Überfüllung durch Touristen von „Zerstörung“ bedroht sei – ein Problem, das die Landesregierung bisher nicht durch die Einführung einer Obergrenze für die Besucherzahl angegangen ist.
Bradley Smith, Dozent an der University of Central Queensland, warnte seinerseits, dass ein weiterer Rückgang der Dingo-Population, die auf 100 bis 200 Tiere geschätzt wird, „katastrophal für ihr Überleben und ihren Fortbestand“ sein könnte.
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